Systemische Therapie

In der Systemischen Therapie wird der Mensch als ein Teil seines gesamten Lebenszusammenhangs betrachtet, denn das individuelle Verhalten wird stark durch das familiäre Umfeld beeinflusst. So eignen sich beispielsweise Kinder genau die Verhaltensweisen an, die auf die Persönlichkeit der Eltern und ihre Lebenssituation reagieren. Die Familie ist also die Grundlage, auf der jeder Einzelne aufbaut. Und betrachtet man den Menschen von diesem Standpunkt aus, lassen sich Schwierigkeiten wie auch Stärken des Individuums besser verstehen.

Das „störende“ Verhalten eines Familienmitgliedes wird von daher als Ausdruck von Unstimmigkeiten (Dysfunktionalitäten) im System gesehen , und als positiver Lösungs, - bzw. Heilungsversuch des Individuums für das Ganze begriffen. Damit eröffnet die systemische Sichtweise die wunderbare Möglichkeit, schwieriges Verhalten nicht nur als verstehbar, sondern sogar als sinnvoll und hilfreich in Bezug auf Struktur und Bedürfnisse des jeweiligen Bezugs-Systems zu interpretieren. Hier kommt eine liebevoll anerkennende und vom Herzen ausgehende Betrachtungsweise zum tragen.

Die Systemische Therapie ist daher im Unterschied zu anderen psychotherapeutischen Verfahren auf Stärken und nicht auf Mängel ausgerichtet. Sie sucht und findet Fähigkeiten und Kompetenzen - sowohl des Einzelnen, als auch des Systems. Entdeckte Ressourcen und steigendes Selbstvertrauen lenken den Blick auf neue, vorher nicht erkannte Lösungs-Wege.

Die Systemische Therapie hat viele Mütter und Väter und entstand in den USA und in Europa seit den frühen 50er Jahren. Hier können nur einige dieser Pioniere genannt werden: Virginia Satir (USA), Paul Watzlawik (Österreich/USA), Mara Selvini Palazzoli (Italien), Helm Stierlin (Deutschland), Steve de Shazer (USA).